AutorenfotoKieraBrennanHeute zu Gast Julia Kröhn. Autorin, Historikerin und Reisende. 

Wer versteckt sich hinter dem Autorennamen?
Wer ich bin und wenn ja, wie viele? 🙂 Nun, wer ich bin, ist klar: eine Autorin aus Leidenschaft. Auf diese eine Leidenschaft kommen allerdings sehr viele Pseudonyme. Ich veröffentliche aktuell unter meinem richtigen Namen Julia Kröhn, allerdings auch noch als Kiera Brennan, Carla Federico und Sophia Cronberg.
 

Was ist deine Leidenschaft, wenn es nicht gerade das Schreiben ist?
Schon bevor ich das „Geschichtenerzählen“ für mich entdeckt habe, hat mein Herz für „die Geschichte“ geschlagen. Ich bin mit Leib und Seele Historikerin, besuche gerne geschichtsträchtige Orte, lese viel Fachliteratur, lerne irgendwelche Stammbäume auswendig etc.
 

Welches aktuelle Buch lesen deine Leser?
Die Herren der Grünen Insel“ von Kiera Brennan.
 

Welcher Impuls hat dich bewegt den Roman zu schreiben?
Es war immer mein Lebenstraum, so ein richtig dickes Historienepos mit sehr vielen Seiten, sehr vielen Protagonisten und sehr vielen spektakulären Schauplätzen zu schreiben. 29 Bücher lang habe ich geübt, um diesen dreißigsten Roman – eine Art „Game of Thrones“ im Irland des Hochmittelalters, in dem es um die normannische Eroberung der Grünen Insel geht – zu schreiben. Hier konnte ich mich zum einen als Historikerin austoben, ging es mir doch darum, die damaligen Ereignisse möglichst wirklichkeitsgetreu zu schildern – zum anderen als Schriftstellerin, deren Lieblingsthemen seit jeher „Krieg“ und die „Liebe in Zeiten des Krieges“ sind.
 

Gibt es unter deinen Romanen ein Werk wo du sagen kannst: Wow… das hab ich nicht erwartet?
Ich kenne es, dass mich Ideen anspringen wie wilde Tiere und mich nicht mehr aus ihren Klauen lassen, ehe ich sie nicht umgesetzt habe – und manchmal ist man als Autorin schon erstaunt, mit welcher Tierrasse man es zu tun bekommt. Aber das hat wenig mit Erwartungen zu tun, die sich erfüllen oder nicht. Es sind einfach immer irgendwelche Geschichten da, die ich gerne erzählen möchte. Und dafür bin ich meinen Musen sehr dankbar.
 

BrennanCoverWie entstehen deine lebendigen Charaktere?
Ich bin sehr neugierig auf andere Menschen. Ich beobachte viel, setze mich gerne mit den Irrungen und Wirkungen eigener und fremder Lebenswege auseinander und bohre in der Tiefe, um verschiedene Facetten eines Charakters auszuloten, anstatt mich mit Eckdaten zufrieden zu geben. Auf diese Weise sammelt man Lebenserfahrung und Menschenkenntnis, die der Schilderung von Protagonisten sehr förderlich sind. Man muss eine Freundin wie mich aber auch erstmal ertragen können 😉
 

Was hat dich bewegt Schriftstellerin zu werden?
Ich bin es nicht geworden, ich war es wohl einfach immer schon. Ich habe bereits als kleines Kind gewusst, dass ich nichts anderes will als Geschichten zu erzählen – und das habe ich dann beharrlich weiterverfolgt, bis aus der Berufung ein Beruf wurde.
 

Reisen und Schreiben. Eine Passion?
Ja, ja, ja. Das Schreiben ist für mich keine Kopfsache, sondern eine Herzensangelegenheit – und das Reisen gehört untrennbar hinzu, weil es eine der wichtigsten Inspirationsquellen ist.
 

Kannst du uns eine kleine Vorschau für 2017 geben?
Ich schreibe gerade eifrig an meinem zweiten Irland-Epos, das im Herbst 2017 erscheinen wird. Ein weiterer historischer Roman ist auch in Planung und wird den Leser in südlichere Gefilde entführen. Und dann gibt es noch ein Projekt, über das ich – ungelegte Eier mit zerbrechlicher Schale und so – noch nicht sprechen will.
 

Stille und die Verbundenheit mit der Natur? Oder ein unaufgeräumtes Zimmer und Zeitdruck?
Stille ist ganz, ganz wichtig. Ich habe ein sogenanntes „Eremitagen“ – sprich: ich kann nur überleben und funktionieren, wenn ich immer mal wieder allein sein und mich auf mich selbst zurückbesinnen kann. Die Natur ist wichtig, aber nicht unverzichtbar. Ich liebe zwar starke Naturerlebnisse wie Klippenwanderungen bei Sturm und Regen – aber ich muss das nicht ständig haben. Solange man mir einen Laptop lässt oder wenigstens einen Notizblock, könnte man mich auch wochenlang einsperren. Unaufgeräumte Zimmer und Zeitdruck sind meiner Kreativität überhaupt nicht förderlich. Ich weiß, von einer Künstlerseele erwartet man sich etwas anderes – aber ich hasse Chaos. D.h. ich brauche ein gewisses Maß an Ordnung und immer einen Zeitplan, um gut arbeiten zu können.

Vielen Dank für die Zeit!

Alles Liebe,

Jakob

Bereits erschienen unter Julia Kröhn, Kiera Brennan, Carla Federico und Sophia Cronberg.

http://www.juliakroehn.at

(Sämtliches Bildmaterial unterliegt dem Copyright und freundlicher Genehmigung Julia Kröhn©, Fotograf/in und Verlag)

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